Ich wurde am 30.12.1950 in Wien geboren. Während meiner Kindheit spielten meine Eltern regelmäßig Puppentheater (z.B. Kasperltheater, Krippenspiele, Jedermann und Faust).

1983 übergab mir mein Vater seine Handpuppen. Darauf begann ich mich für das Puppenspiel wieder zu interessieren. Wolfgang, mein Mann, baute eine Bühne dazu die in unserem Keller Platz fand. Wir nannten uns "Das kleine Kellertheater".

Kasperltheater

Ich begann Kasperlstücke für meine beiden Kinder zu schreiben. Gemeinsam mit Freunden spielten wir Kasperltheater für Kinder von Nachbarn und Freunden. Wir spielten zu viert, mit wechselnder Besetzung.

Bald wurden mir die Puppen meiner Eltern zu wenig und ich modellierte neue Köpfe dazu. Da wir die Puppen für ein Krippenspiel hatten, wollte ich eines aufführen. Es ergab sich das Problem, dass dazu viele Stimmen notwendig waren und hinter der Bühne höchstens 4 Personen gleichzeitig Platz fanden. Weiters hätten wir die Rollen exakt auswendig lernen müssen, was für viele Sprecher zu zeitaufwendig war.

Daraus ergab es sich, dass wir eine Tonbandaufnahme machten. Auch die Musik wurde aufgenommen, da wir für Live-Begleitung ebenfalls zu wenig Platz gehabt hätten. Wir probten dann zur Tonbandaufnahme, bearbeiteten sie bis sie mit unseren Bewegungen übereinstimmte und spielten dazu. Es ging viel besser, als wir geglaubt hatten und hatte außerdem den Vorteil, dass wir das Stück so oft spielen konnten, wie wir Spieler Zeit hatten und waren von den Sprechern unabhängig. Das ermutigte mich weitere Stücke auf diese Art zu machen.


© by Nadja Meister

 



Puppentheater für Erwachsene

Es folgte "La Belle et la Bête", dazu musste ich den Text von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont überarbeiten. Anschließend schrieb ich ein Märchen "Die kleine Hexe" und dramatisierte ein anderes Märchen "Die Kinder mit den goldenen Sternlein". Aber ich war mit dem Resultat nicht zufrieden.

Eines Tages entdeckte ich im Antiquariat zwei Bände von Franz von Pocci. Hier fand ich alte Puppenspiele, die mir sehr gut gefielen. Zuerst spielten wir "Kasperl in der Zauberflöte". Ich bearbeitete den Text und wir verwendeten Harmoniemusik aus der Zauberflöte als musikalische Untermalung. Dieses Stück ist eine Parodie und spielt 20 Jahre nach der Oper "Die Zauberflöte". Alle Personen sind schon älter und Kasperl gerät unversehens in das Territorium von Sarastro, der sich freut endlich wieder einen Prüfling in seinem Tempel zu haben...

Anschließend wollte ich das Faust-Thema auf die Bühne bringen. Ich fand Texte von Karl Simrock, Geißelbrecht und Kurt Scheidig. Ebenso wie die damaligen Puppenspieler bearbeitete auch ich die Faust Texte speziell für meine Bühne. So entstand "Dr. Fausts Höllenfahrt".

Als nächstes spielten wir "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry. Ich habe das Stück leicht gekürzt und mit einem Erzähler als Begleitung aufgeführt. Als Musik verwendeten wir Klaviermusik von Claude Debussy.

Anschließend spielten wir "Das Eulenschloss" mit dem Einakter "Das Goldene Ei" als Prolog. Ich ließ die Stücke von Franz von Pocci unbearbeitet und änderte nur soviel wie notwendig, weil sie ursprünglich für Marionetten geschrieben waren.

Durch Zufall fand ich das Weihnachtsspiel, basierend auf dem alten Stück "Das Gotteskind" von Emil Herrmann. Dieses Stück fand ich interessant, weil im Prolog Gottvater den Engel Gabriel zu Maria schickt um ihr die Geburt des Heilands zu verkünden. Außerdem wird in diesem Weihnachtsspiel der Kindesmord von Betlehem erwähnt und Herodes wird zur Strafe von Tod und Teufel geholt. Diese Stellen sind in gewöhnlichen Weihnachtsspielen nicht vorhanden. Da die Sprache des Weihnachtsspiel sehr veraltet ist, musste ich den Text umfassend überarbeitend.

Das bislang letzte Stück war "Doktor Sassafras" von Franz von Pocci. Dieses Stück schildert einen Arzt, der nicht genug Geld und Ruhm bekommen kann und zum Schluss vom Teufel geholt wird. Treffenderweise wurde die Hauptrolle von einem befreundeten Arzt gesprochen.

Von meinen besten Stücken gibt es Bücher (siehe Projekte)

weitere Projekte

Mit meinen Schulprojekten begann ich 1988 als meine Tochter in der vierten Volksschulklasse war. Wir bauten die Puppen für ein Stück, das anschließend in der Schule aufgeführt worden ist. Dazu entwickelte ich eine einfache Bühne, die man an einer herkömmlichen Schultafel mit Seitenflügeln montieren kann. Auf dieser Basis entstanden dann noch mehrere Projekte in verschiedenen Volksschulen und in der Friedrich Eymann Schule. Für ein Projekt habe ich selber ein Stück geschrieben, mit dem Titel "Platz für Alle".

1994 begann ich im Polycollege Stöbergasse Puppenbaukurse anzubieten. Anschließend arbeitete ich im Rotkreuz Seniorenclub ehrenamtlich. Gemeinsam mit den Senioren modellierten wir Puppen, nähten Gewänder und bastelten Requisiten. Wir führten Märchen und Stücke von Franz von Pocci auf. Schließlich spielten wir sogar Stegreif.

2001 begann ich Bühnenbilder auf Bestellung zu malen. Ich malte für Michaela Koblmüller ca. 100 Bühnenbilder und baute viele Requisiten.
Für die Puppenbühne Träumeland von Michaela Aigner fertigte ich Handpuppen, malte Bühnenbilder und baute Requisiten. Für sie habe ich das Kasperlinchen erfunden. Sie spielt auch Stücke von mir.
Außerdem machte ich mehrere Portraitpuppen auf Bestellung.

2007 machte ich im Gymnasium Tulln einen Puppenkurs im Werkunterricht. In einem fachübergreifenden Projekt wurden zwei englische Stücke erarbeitet und aufgeführt.
2010 wurde dort in einem ähnlichen Projekt 'Max und Moritz' realisiert.

Durch meine Arbeit an Theaterstücken von Pocci bekam ich Kontakt mit der Franz-Graf-von-Pocci-Gesellschaft. Im Juli 2007 wurde ich eingeladen anläßlich des 200. Geburtstags von Pocci eine Ausstellung in Münsing (Bayern) zu machen. Ich stellte alle Puppen, Kulissen und Requisiten, die ich für meine Pocci-Stücke gemacht hatte, aus. Im September 2008 kaufte die Franz-Graf-von-Pocci-Gesellschaft die Ausstattung für das Stück "Doktor Sassafras" und auch unsere alte Bühne.

Seitdem ich in St.Andrä-Wördern wohne (2005), habe ich vier Handpuppenkurse veranstaltet, dazu jeweils ein Theaterstück geschrieben, das dann in der Alten Schule in Greifenstein und beim Dorffest aufgeführt wurde.
Derzeit spiele ich mit der Puppenbühne Grenzenlos eigene Stücke und Märchen.